Top Ten von Deutschland

 

Untenstehende Grafik zeigt die Häufigkeit der TK 25-Raster, für die ein Artnachweis (unabhängig der Datenqualität) vorliegt. Die Zahlen geben damit eine ungefähre Vorstellung über die Verbreitung (nicht die Häufigkeit) der Arten.

Artenfrequenz_Suesswasser_D_03_10_09_klein

Artenfrequenzen deutscher Süßwasserfische (Stand 03.10.09)
Rohdaten (Excel-Tabelle) können bei der Redaktion angefordert werden.



Hier sind die "Top-Ten" der Liste:

1. Deutschland ist demnach ein Forellenland! Mit 6.216 TK 25-Blättern, für die in irgendeiner Form ein Nachweis dokumentiert wurde, führt die Forelle Salmo trutta die Rangliste an. Zusammengefasst sind hier alle ökologischen Formen, also die stationäre Bachforelle, die anadrome Meerforelle und die lacustrine, ebenfalls wandernde Seeforelle.

2. Die Liste der "Top Ten" wird gefolgt an Nummer vom euryöken Rotauge Rutilus rutilus mit 5.605 Rasterpunkten.

3. Die Nummer 3 ist der Aal Anguilla anguilla mit 5.446 Nachweisen. Hierbei ist zu beachten, dass die Datengrundlage nicht für alle Bundesländer aktuell ist (Erläuterungen hierzu siehe Menü > Über den Atlas > Projektbeschreibung). Da der Aal bekanntermaßen in den letzten Jahren erhebliche Rückgänge sowohl hinsichtlich Verbreitung als auch Häufigkeiten zu verzeichnen hatte, wäre gerade bei dieser Art ein Vergleich mit aktuellen Daten interessant.

4. Die Nummer 4 der Liste ist der Gründling Gobio gobio (5.068 Nachweise), der auch in ausgebauten und mäßig belastenen Fließgewässern, wie sie leider typisch für die meisten Landschaften Deutschlands sind, individuenreiche Bestände bilden kann.

5. Der "Dreistachlige Stichling" Gasterosteus spec. folgt mit 4.864 Nachweisen an Nummer 5. Hier sind die beiden Arten Westlicher Stichling G. aculeatus und Östlicher Stichling G. gymnurus zusammengefasst. Beide Arten wurden bisher in der Vergangenheit nicht unterschieden (Erläuterungen hierzu siehe bei den Artbeschreibungen).

6. Der Flussbarsch Perca fluviatilis ist die Nummer 6 der Rangliste (4.560 Nachweise). Ebenso wie das Rotauge hat er eine sehr weite ökologische Amplitude und kommt in den meisten Still- und Fließgewässern vor.

7. Bereits an Nummer 7 folgt die Bachschmerle Barbatula barbatula mit 4.519 Nachweisen. Dies mag überraschen, da sie in der Literatur oft noch als selten oder gefährdet bezeichnet wird. Dies kann sicher für manche Regionen in Deutschland zutreffen, Untersuchungen zeigten jedoch bereits in den 1980er Jahren, dass die Bachschmerle neben dem Dreistachligen Stichling und dem Gründling zu den Charakterarten ausgebauter kleiner Fließgewässer norddeutscher Agrarlandschaften gehörte (Brunken 1988).

8. Ebenfalls in kleineren Fließgewässern weit verbreitet, diesmal jedoch mehr in den sommerkühlen und vergleichsweise sauberen Rhithralgewässern, ist die Groppe Cottus gobio (3.582 Nachweise) auf Nummer 8 der Rangliste.

9. Bereits auf Nummer 9 folgt der Döbel Squalius cephalus, der insbesondere in etwas schneller fließenden größeren Bächen und Flüssen des Berg- und Hügellandes weit verbreitet ist.

10. Die Nummer 10 der Liste wird vom Hecht Esox lucius eingenommen (3.092 Nachweise). Einige der Nachweise dürften auf Besatzmaßnahmen zurückzuführen sein, da der Hecht in vielen Gewässersystemen kaum noch geeignete Laichmöglichkeiten findet. Andererseits zeigt er vielerorts eine erstaunlich hohe ökologische Toleranz, so ist er z.B. in pflanzenreichen und schlammigen Grabensystemen des norddeutschen Tieflandes neben der Schleie oft die dominierende Fischart.